Tätowieren, Risiken

 

~ Aufklärung ~

 

 

 Was passiert beim Tätowieren?

Beim Tätowieren werden Farbpigmente anhand winziger Nadeln, ähnlich Akkupunktur Nadeln (je größer das Motiv, desto mehr Nadeln, je nach Gebrauch sind Nadeln ab 1 – 27 erhältlich) in die Haut gestochen, eingebracht. Jede Nadel hinterlässt somit in der Haut ein winziges offenes Farb-Loch (offene Pore), was ein Tattoo zu einer offenen Wunde macht (ähnlich einer Schürfwunde).

Wie dein Körper, deine Haut die Farbe an-, auf nimmt, liegt ganz bei dir:

Damit die Haut die Farbe so gut wie möglich an-, aufnimmt, sollte der Körper nicht angegriffen, geschwächt sein z.B. durch Krankheit, Schmerz, Stress, Verletzung oder Einnahme von Medikamenten. Sollte dies der Fall sein, steht der Körper auf Abwehr/ Heilung, dass würde bedeuten, dass die Haut die Farbe beim Tätowieren nur sehr schwer an-, aufnimmt und sie größtenteils abstößt oder im schlimmsten Fall, dass die Haut komplett dicht macht und sich absolut keine Farbe mehr in die Haut einarbeiten lässt. Ist der Körper bereits schon aufgrund von chronischen-, Erbkrankheiten, Medikamenten Einnahme geschwächt, erhöht dies das Risiko für eine Infektione, Entzündung.

Deshalb:

Komme gesund zum Termin oder verschiebe diesen (mind. 48h vorher), ansonsten würde die Sitzung wenn überhaupt nur mühselig voran geht. Zum Einen muss öfters als normal über ein und dieselbe Stelle tätowiert werden (meist farbige Tattoos, bis eine gleichmäßig deckende Fläche entsteht, logisch das sich das auf die Arbeitsleistung sowie Qualität auswirkt,  demnach steigen auch die Schmerzen, es wird mehr Zeit benötigt, als vorgesehen und meistens muss das Tattoo dann nochmal nachgestochen werden.

In den ersten zwei Tagen zeigt sich, wie gut der Körper, die Haut die Farbe an-, aufnimmt. Bildet sich unter dem Pflasterverband (was ganz normal ist) wenig bis keine Wundflüssigkeit, Blut, Farbe, nimmt die Haut die Farbe sehr gut an, auf. Bildet sich viel, stößt die Haut die Farbe ab. Aus den offenen Poren wird somit die Wundflüssigkeit, Farbe, Blut wieder hinausgedrückt anstatt eingeschlossen.

Das liegt aber nicht in der Macht des Tätowierers!

Wichtig:

In Tattoo Farben stecken teil. Schwermetalle wie Kupfer, Mangan, Chrom, Cobalt, Ruß/ Carbon, Titanoxid (weiß), sowie Konservierungsmittel (Benz-, Methyl-isothiazolinone). Sollte eine derartige Allergie bekannt sein, sollte dringend vorher Rücksprache mit dem zuständigen Arzt gehalten oder ggf. ein Allergietest auf Farben durchgeführt werden.

Ist die Farbe unter der Haut, registriert der Körper diese als Fremdstoffe und versucht sie abzubauen. Dies ist ein ganz normaler Schutzmechanismus. Die größeren Pigmente bereiten den Körper mehr Arbeit. Sie werden eingekapselt und dauerhaft in der Haut eingelagert. Über Jahre baut, wenn überhaupt der Körper etwa ein Drittel ab.

 


 

~ Komplikationen beim Stechen ~

Beim Tätowieren:

  • Rötungen, Schwellungen, Entzündungen, allergische-, entzündliche Reaktionen, die nicht vorhersehbar sind (Unverträglichkeit auf Farben, Desinfektion, Creme)
  • aufgrund von Schmerz, Stress kann sich dein körperliches Befinden verändern und z.B. Schüttelfrost, Hitzewallungen, Schwindel, Übelkeit, Kreislaufprobleme bis zur Bewusstlosigkeit (ggf. Traubenzucker, Cola, Tee mitnehmen) auftreten
  • die Haut nimmt die Farbe sehr schwer auf (kann von Anfang sein oder in der Sitzung passieren), meist wenn man angeschlagen, nicht körperlich fit, gestresst, ängstlich, hungrig ist, kann auch bei Empfindung von Schmerzen vorkommen)
  • es tritt mehr Blut aus als normal, erschwert das Arbeiten, beim Bluten gehen auch Farbpigmente mit verloren (meist bei Blutverdünnern, koffeinhaltigen Getränken, Erb-, Krankheiten)
  • Pausen sind jederzeit erlaubt (nach jeder Pause steigt aber auch etwas das Schmerzempfinden!!)
  • der Kunde empfindet zu viele Schmerzen (je nach Schmerzempfinden, Körperstelle)

Im Nachhinein:

    • Rötungen, Schwellungen, betroffene Stelle ist heiß, was ganz normal ist, sollte sich aber spätestens am 2 Tag gebessert haben, ansonsten wende dich bitte umgehend an unser Studio oder suche einen Arzt auf
  • es sammelt sich mehr Wundflüssigkeit (Blut, Farbe) unter dem Pflasterverband als normal (meist bei Blutverdünnern, koffeinhaltigen Getränken, Erb-, Krankheiten), nicht erschrecken Pflasterverband trotzdem 2 Tage drauf lassen, bei Unsicherheit oder übermäßiger Wundflüssigkeit, bitte an unser Studio wenden
  • bei unsachgemäßer Pflege können Entzündungen durch Dreck, Staub, Haare, schweißtreibenden Arbeiten, zu vielen Bewegung ausgelöst werden
  • kann es unverhofft zu Wundheilungsstörungen/ Narbenbildung kommen, halte deswegen bitte unbedingt die ausgehändigte Pflegeanleitung ein
  • können Allergien, Unverträglichkeit auf Desinfektionsmittel, Farbe, Pflasterverband, Cremes, Gummi, Latex,  etc. entstehen

 


 

~ Risiken Aufklärung ~

 

  • das Stechen eines Tattoos ist mit Schmerzen (je nach Körperstelle/ Schmerzempfindung) verbunden, wodurch es zu einer ruckartigen Bewegung/ Zuckung kommen kann. Zwar kann die Reflexreaktion nicht verhindert, aber durch den Druck des Tätowierers beim Spannen der Haut etwas minimiert werden. In seltenen Fällen entstehen Unregelmäßigkeiten bei Outlines/ winzigen Details. Entscheidend ist ebenfalls das Stillhalten während des Tätowierprozess im Stehen, Liegen oder Sitzen. Jede kleine Bewegung (husten, niesen, drehen, etc.). trägt mit zum Endergebnis bei
  • Tätowieren ist eine Handarbeit, das Tattoo wird gegenüber der Vorlage auf einem Papier, Foto oder Bild immer etwas anders aussehen. Durch die anatomische Anpassung der Größe Bsp. bei kleinen Tattoos muss deshalb auf manche winzigen/ kleinen Details verzichtet werden oder diese sind in der Praxis durch die Nadel einfach nicht umsetzbar. JE nach Hauttyp ist auch der Effekt der Farbe unterschiedlich in der Haut
  • da die Haut sowie die einzelnen Hautschichten ständig in Bewegung und unterschiedlich beansprucht werden. Je nach Körperstelle, Hautbeschaffenheit, Bindegewebe können Farbpigmente durch die unterschiedlichen Bewegungen der einzelnen Hautschichten ,,verlaufen, sich verschieben, was nie auszuschließen ist. Winzige Details, zu eng, klein gestochene Linien (der Kunde aber dies so gewünscht hat) verlaufen mit der Zeit und sind nicht mehr erkennbar
  • Hand, Finger, Handgelenk (Faltenlinien), Ellenbogen, Fuß, hinter dem Ohr sind schwierige Stellen teilw. mit Hautfalten
  • Hand Finger, Handgelenk und Ellenbogen: durch die dauernde Bewegung der Haut wird die Dauer der Heilung sowie die Qualität und das Ergebnis stark beeinflusst. Die Haut nutzt sich hier am meisten ab und muss somit öfters nachgestochen werden
  • Fuß: Knöchel, Seite des Fußes, Rücken und Zehen: sind schwierig in der Heilung. Farbe kann verblassen, Blowouts entstehen, Linien können kleine Lücken aufweisen oder die Farbe kann ganz verloren gehen. Hier ist immer ein Nachstechen erforderlich
  • Zu beachten ist: Schuhe/ Socken können reiben, somit die Heilung das Ergebnis beeinflussen, Sicherstellen das die Schuhe auch innen hygienisch sind um Bakterien/ Schmutz zu vermeiden. Wenn möglich Fuß hochlegen, um Schwellung zu vermeiden, keine geschlossenen Schuhe/ Socken die das Tattoo während der Heilung beschädigen können, Schwellungen können durch Kühlung verringert werden
  • Ohr, hinter dem Ohr: Die Haut hinter dem Ohr neigt dazu die Farbe nicht so gut zu behalten und verblasst sehr schnell. Haarpflegeprodukte können das frische Tattoo reizen, durch die starke Dehnbarkeit der Stelle kann es Farbe verlieren, verblassen oder Blowouts entstehen
  • bei unregelmäßiger Dicke der Haut wie z.B. bei Dehnungsstreifen, Stellen die mit Kortison behandelt worden sind, vernarbtes Gewebe, Pigmentflecken (weiße, rote Flecken) besteht die Gefahr, dass die Farbe beim Stechen, auch durch eine vorsichtige Arbeitsweise in der Haut verlaufen kann (Blow Out ähnlich wie Tinte auf Löschpapier) war nie vorhersehbar oder ausschließbar ist
  • trotz steriler Instrumente (Einwegmaterial) und unter größtmöglicher hygienischer Arbeitsweise kann es zu Infektionen, allergischen sowie entzündlichen Reaktionen kommen, was nicht auf das Studio zurückzuführen ist, sondern oftmals auf den Kunden selbst, der es mit der Pflege nicht so ernst nimmt. Sollte dein Tattoo Rötungen aufweisen hole dir bitte sofort in der Apotheke Bepanthen Antiseptische Wund- und Heilsalbe
  • bei einer Magnetresonanz Untersuchung (MRT) könnte es zu Problemen an der tätowierten Körperstelle kommen. Wissenschaftlich wurde bewiesen, dass bei Verwendung von hochwertigen, in Europa zugelassenen Farbmitteln, keine Probleme entstehen. Beim Einsatz von nicht in Europa zugelassenen Farbmittel, die möglicherweise sehr schwermetallastig sind, oder einer nicht fachgerechten Durchführung des MRT kann es zu Rötungen, Erwärmung bis hin zu leichten Verbrennungen kommen
  • die medizinische Behandlung eines sogenannten Kreuzstiches kann nicht mehr an der tätowierten Stelle durchgeführt werden. Ein Kreuzstich ist eine rückenmarksnahe Anästhesie (Einführung einer Nadel in oder nahe an den Rückenmarkskanal zur Einbringung eines Vereisungsmittels). Es stehen mir somit nach der Tätowierung nur mehr andere anästhetische Behandlungen, wie etwa eine Vollnarkose, insbesondere für die Vornahme von operativen Eingriffen zur Verfügung
  • bei einem Cover-Up (oder auch sonst) kann es aufgrund von verschiedenen Farben, in einer Hautschicht zu einer allergischen/toxischen Reaktion kommen (evtl. einen Cover Up Test vorher durchführen lassen um das Risiko soweit es geht zu minimieren)
  • hohe UV- und Sonneneinstrahlung lassen das Tattoo verblassen, Konturen, Farben, Highlights werden unscharf, deswegen Tattoos immer mit einem hohen Sonnenschutz eincremen
  • photochemische Reaktionen können mit zeitlicher Verzögerung erst nach Jahren ausgelöst werden. Bei Photoaktivität kommt es durch Aktivität eines Stoffes zu leichter Erhebung des tätowierten Bereiches, zu leichtem Brennen, ähnlich den Folgen eines Sonnenbrandes, klingt in der Regel nach Kühlung der Haut wieder ab; bei einer Photodegradation kann es bei zu intensiver UV-Sonnenbestrahlung unter Umständen zu einer Beschädigung des Tattoos kommen, die entstandenen Fragmente können allergische Reaktionen verursachen
  • Hautkrebs ist bei tätowierter Haut schwieriger zu entdecken, im Auge zu behalten. Ist ein Familienmitglied betroffen, sollte von einer Tätowierung abgeraten werden oder mit dem zuständigen Arzt/ Hautarzt Rücksprache gehalten werden
  • Leberflecken, Muttermale, Warzen dürfen nicht tätowiert werden
  • bei Sportlern, schweißtreibenden Berufen, wurde festgestellt, dass tätowierte Haut 50% weniger Schweiß bildet, als untätowierter, unverletzte Haut. Diese sollten sich darüber im Klaren sein. Des Weiteren wurde festgestellt, dass im Schweiß tätowierter Haut eine deutlich höhere Konzentration von Natrium festgestellt wurde. Normalerweise resorbiert unsere Haut Natrium und andere Elektrolyte aus der Flüssigkeit bevor Schweiß an die Hautoberfläche tritt. Tätowierungen scheinen diesen Mechanismus zu behindern, sollten deshalb auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten achten
  • die Entfernung von Tattoos kann und darf nur von Hautärzten, sowie extra geschultem Personal in den entsprechenden Einrichtungen, mittels eines Lasers durchgeführt werden. Das Laserlicht spaltet die Farbbestandteile/ Farbpigmente auf und zerstört dadurch, dass Tattoo